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Kamera Basics



Industrielle Kameras sind ein zentraler Bestandteil jedes Bildverarbeitungssystems. Sie erfassen das vom Objektiv kommende Licht und wandeln es in digitale Bilddaten um, die anschließend analysiert werden können. Dabei bestimmen zahlreiche Faktoren wie Sensor, Auflösung, Bildrate und Schnittstelle, wie präzise und zuverlässig ein System arbeitet. Diese Übersicht erklärt die wichtigsten Begriffe und Funktionen rund um industrielle Kameras und hilft dabei, die passende Lösung für unterschiedliche Anwendungen besser zu verstehen.

Die Kamera ist das „Auge“ eines jeden industriellen Bildverarbeitungssystems. Sie wandelt das einfallende Licht in ein digitales elektrisches Signal um und liefert damit das Rohbild für die weitere Verarbeitung. Eine industrielle Kamera besteht im Kern aus einem Bildsensor (auch Image Sensor genannt), einer Elektronik zur Signalverarbeitung und einem Gehäuse mit Anschlüssen. Die wichtigsten technischen Merkmale, die eine Kamera ausmachen, sind:

 • Sensorarten
 o Flächensensor (Area Scan): Erfasst ein komplettes Bildfeld auf einmal, ideal für die meisten Standardanwendungen (z. B. Teileprüfung, Positionsbestimmung).
 o Zeilensensor (Line Scan): Erfasst nur eine einzelne Zeile pro Aufnahme, wird eingesetzt bei kontinuierlich bewegten Objekten (z. B. Bahnen, Papier, Flaschen auf dem Band).

 • Sensorgrößen: Die physikalische Größe des Sensors (z. B. 1/2", 2/3", 1", 4/3" oder APS-C) bestimmt zusammen mit dem Objektiv den Bildwinkel und die Lichtempfindlichkeit.

 • Chip-Aufbau:
 o Ein-Chip-Kamera (Single Chip): Ein Sensor mit Farbfilter (Bayer-Muster) für Farbaufnahmen oder monochrom (Schwarz-Weiß).
 o Drei-Chip-Kamera (3-CCD / 3-CMOS): Drei separate Sensoren für Rot, Grün und Blau, liefert höchste Farbtreue und Schärfe (wird vor allem bei anspruchsvollen Farbprüfungen eingesetzt).

 • Auflösung: Von VGA (0,3 Megapixel) bis hin zu 100+ Megapixel – je höher die Auflösung, desto feinere Details können erkannt werden.

 • Farbmodus:
 o Schwarz-Weiß (SW / Monochrom): Höhere Lichtempfindlichkeit, bessere Kontraste und schnellere Bildraten.
 o Farbe (Color): Für Farbprüfungen, Sortieraufgaben oder wenn Farbe ein Qualitätsmerkmal ist.

 • Bandbreite / Bildrate: Wie viele Bilder pro Sekunde die Kamera liefern kann (fps = frames per second). Wichtig für Hochgeschwindigkeitsanwendungen.

 • Schnittstellen (Interfaces): Häufigste industrielle Schnittstellen: o GigE Vision (Gigabit Ethernet) o USB3 Vision o Camera Link / CoaXPress (sehr hohe Bandbreite) o HD-SDI / 3G-SDI (für Video-Übertragung)

 • Objektivanschlüsse (Mounts): C-Mount (am häufigsten), CS-Mount, F-Mount, M42, M58 u. a. der Mount bestimmt, welches Objektiv mechanisch passt.

 Zusammenfassung: Die Kamera ist weit mehr als nur ein „Fotoapparat“. Ihre Auswahl entscheidet maßgeblich darüber, welche Bildqualität, Geschwindigkeit und Robustheit das gesamte Bildverarbeitungssystem erreichen kann.

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